Meine Ernährung: Vorher vs. Nachher

In diesem Beitrag möchte ich Dir beschreiben, wie sich meine Ernährung in einem Zeitraum von nicht mal 5 Jahren verändert hat.

Meine Ernährungsumstellung, Gewichtsabnahme und wachsende Gesundheit kam nicht über Nacht. Es ist ein Prozess über mehrere Jahre gewesen, der auch immer noch andauert.

Ein gesunder, nachhaltiger Gewichtsverlust braucht, nach meinen Erfahrungen, Zeit.

Dein Körper stellt sich in der Tat auf das neue Ernährungsangebot um. Diese Umstellung ist nicht ohne Veränderungen an Deinen Ernährungsgewohnheiten zu erreichen. Auch Dein Körper muss sich von alten Gewohnheiten entwöhnen und sich an Neue gewöhnen.

Hilfreich war für mich, neue Gewohnheiten langsam Schritt für Schritt einzuführen und immer an meine Situation und mein Wohlbefinden anzupassen.
Eine tiefgreifende, schnelle und radikale Umstellung erfordert sehr viel Energie, Disziplin und Aufwand und führt häufig dazu, dass die Motivation schnell nachlässt und man zu alten Gewohnheiten zurückkehrt.

Früher Lieblingsprodukte

Das waren meine Lieblingsprodukte vor über 5 Jahren – nicht eines dieser Produkte kaufe ich heute noch!

Bei mir begann alles mit der Geburt meiner Tochter.
Ich habe mir das erste Mal ernsthaft die Frage gestellt: Was bedeutet eigentlich gesunde Ernährung?
Wie kann ich meine Tochter so ernähren, dass sie gesund bleibt, wächst und genug Energie hat?

Ich habe mir viele Anregungen aus Büchern über Baby- und Kinderernährung geholt und so das einfache, schnelle selber kochen für mich entdeckt.

Vorher habe ich so gut wie nie gekocht, höchstens Beilagen zu Fertiggerichten oder ich bin essen gegangen. Über Ernährung habe ich im stressigen Arbeitsalltag nicht viel nachgedacht und auch wenig Zeit dafür aufgewendet.

Meine Ernährung vor 5 Jahren

Frühstück
+
2-3 Scheiben Brot
mit Butter, Erdbeermarmelade und Pflaumenmus
+ manchmal Nutella oder Honig
+ 1 Becher Milch

Mittagessen
Essen gehen (Mittagstisch):
+ meist Italienisch, Asiatisch oder Suppenküche, manchmal vegetarisch
+ nie Fast Food (McDonalds oder Burgerking)
+ Wochenende: entweder TK-Pizza, Baguette Fertiggerichte oder
Kartoffeln, Reis oder Nudeln mit Fertig-TK kombiniert
+ selten selbst gekocht, wenn dann mit Gewürzmischungen

Abendessen
+
2-3 Scheiben Brot
mit Butter, Wurst und Käse, manchmal Gurke oder Tomaten dazu
+ 1 Becher Milch

Zwischenmahlzeiten
+
1-2 Joghurts (Froop mit Zucker)
+ häufig Schokoriegel, Gummibärchen oder andere Süßigkeiten
+ manchmal Apfel und/oder Banane

Getränke
+ ca. 1 Flasche Wasser
+ zum Essen Apfelsaftschorle
+ manchmal 1-2 Gläser Orangen- oder Multivitaminsaft

Trotz der neu erlernten schnellen, “gesunden” Rezepte konnte ich mein Gewicht nach der Geburt meiner Tochter nicht halten. Obwohl ich mich jeden Tag viel bewegte – ich war täglich mit dem Kinderwagen 1-2 Stunden an der frischen Luft laufen – nahm ich zu und fühlte mich oft kraftlos.

Ich begann mit einem Ernährungcoaching nach den Richtlinien der DGE.
Laut DGE wäre meine vorherige Ernährung durchaus ausgewogen und gesund gewesen. Auch die täglichen Süßigkeiten sind angeblich in Maßen (250 Kalorien/Tag) in Ordnung.
Doch was ist wenn man zuckersüchtig ist? Kann man dann Maß halten und sich auf genau 250 kcal beschränken? Kann man sich vom Zucker entwöhnen, wenn man täglich industriellen Zucker konsumiert?
Mehr dazu berichte ich in diesem Beitrag.

Die Maßnahmen des Ernährungscoachings beinhalteten in der Hauptsache eine Kalorienreduzierung, Low-Carb-Gerichte am Abend und ein leichtes Bewegungsprogramm. Anfangs gelang es mir damit jeden Monat ein Kilo zu verlieren, was ja schon ein gesunder Gewichtsverlust ist.

Nach 7 Monaten beendete ich das Coaching-Programm und der Gewichtsverlust stagnierte ab dem Zeitpunkt. Nach und nach nahm ich 4 Kilo wieder zu und gab das Thema Abnehmen auf.

Ich beschäftigte mich nur noch mit der Frage was für mich beim Essen ethisch wichtig ist und beschloss kein Fleisch mehr zu essen.

Ich erwartete keinen Gewichtsverlust, bemerkte aber nach 2 Monaten, dass ich 2 Kilo verloren hatte – einfach so.
Bald – nach ca. 2-3 Wochen – konnte ich beobachten, dass mein Energielevel anstieg, meine Haut reiner wurde und ich mich insgesamt fitter fühlte.

Meine Ernährung Heute

Ein typischer Einkauf heute: Lauch, Gurke, Äpfel, Bananen, Karotten, Kartoffeln, Datteln, Kokoschips und Clementinen. Bis auf den veganen Käse alles ganze Lebensmittel – sie haben keine Zutatenliste!

Im Frühjahr 2014 begann ich dann mit meinem Zuckerentzug (mehr dazu findest Du in diesem Beitrag). Das klappte wider Erwarten sehr gut und ich orientierte mich mit meiner Ernährung immer mehr zu vollwertigen und ganzen Lebensmitteln, weg von industriell hergestellten Nahrungsmitteln.
In diesem Beitrag beschreibe ich den Unterschied zwischen Lebens- und Nahrungsmitteln.

Neben meiner ethischen Überzeugung, war ich aber unsicher wegen der gesundheitlichen Folgen meiner Ernährungsumstellung. Ich befürchtete Mangelerscheinungen und ließ mich nach 8 Monaten vegetarischer Ernährung beim Arzt durchchecken (Check-Up 35).
Die Untersuchungergebnisse waren jedoch bestens und ich bekam ein postives Feedback für meine Ernährungsweise von meinem Hausarzt. Auch meine Blutzuckerwerte, die in der Schwangerschaft ungünstig waren, hatten sich wieder normalisiert.

Ich ging den für mich ethisch folgerichtigen Schritt und wagte mich nach und nach an die vegane Ernährung heran. Ich konsumierte nur noch wenig tierische Produkte.
Eier ließ ich schnell weg, dass stellte kein großes Problem dar. Nur der Käse blieb eine Weile und im Sommer 2014 lag mir dieser schwer im Magen und ich konnte ihn loslassen. Es bedeutet für mich wirklich loslassen und nicht Verzicht, denn ich bemerkte auch körperlich, dass es mir nach dem Essen viel besser ging.

Meine Ernährung heute

Grüner Smoothie

Grüner Smoothie zum Frühstück

Frühstück
+ Haferflocken
mit gepufften Amaranth; manchmal auch Quinoa und/oder ungesüßten Vollkorn-Cornflaks
+ dazu wechselnd Lein- oder Chiasamen, Kakaopulver, Kokoschips, Zimt
+ Obst: meistens Banane und Apfel;
wechselnd Beeren (Blau- oder Himbeeren); Saisonobst
+ oft mit Reismilch oder Wasser,
ca. 1 x in der Woche mit Sojajoghurt (ohne Zucker)
+ manchmal grüner Smoothie

Mittagessen
Ich koche fast immer selbst:
+ Vegane Gemüsegerichte wie z. B.
Lauchgemüse mit Kartoffeln, Risotto, Spaghetti mit Tomaten-Gemüsesoße, Kürbissuppe und Chili-Sin-Carne.

Abendessen
Sehr unterschiedlich und wenig:
+ oft Rohkost (Karotten, Gurken, Tomaten, Kohlrabi u.ä.)
+ Reste vom Mittagessen
+ manchmal Salat mit Avocadocreme oder Kräuterquark (aus Soja-Joghurt)
+ selten Roggenknäckebrot mit veganem Käse oder Aufstrich

Zwischenmahlzeiten
+ Obst
(z. B. Mandarine, Trauben, Saisonobst)
+ manchmal Gemüserohkost
+ Nüsse (z. B. Erdnüsse, Mandeln, Wal- oder Haselnüsse)
+ Studentenfutter (Rosinen / Nüsse)
+ Trockenfrüchte
+ Hanfsamen und Sonnenblumenkerne

Getränke
+ ca. 3-4 Gläser Wasser (im Winter auch mal Kräutertee)
+ zum Essen Apfelsaftschorle

Meine heutige Ernährung ist sicher nicht perfekt und ich möchte noch einiges verbessern, wie z. B. mehr regionale Rohkost, mehr grünes Blattgemüse, Wildgrün und Salat.
Doch ich setze mich dabei nicht unter Druck und führe Veränderungen langsam und mit Genuss ein – nur wenn es mir auch schmeckt, dürfen die neuen Lebensmittel einen festen Platz in meinem Speiseplan einnehmen!

Trotzdem habe ich mein Ziel der gesunden Gewichtsreduktion schon längst überschritten: Ich habe ganz langsam Gewicht verloren (ca. 1 Kilo pro Monat), mittlerweile sind es 18 Kilo. Ich habe ein Gewicht von dem ich geglaubt habe es nie wieder zu erreichen.

Ich bin so meinem WohlFühlKörper ein gutes Stück näher gekommen und fühle mich fitter als mit Mitte 20 (ich bin Ende 30). Mein Ziel ist jetzt natürlich nicht mehr Gewicht verlieren, sondern mich immer wohler, vitaler und gesünder in meinem Körper zu fühlen.

Deine Ernährung muss nicht perfekt sein!
Wichtig ist immer, dass Du Dich damit wohl fühlst!

Wenn Du Veränderungen einführst, weil Andere sagen das ist gesünder und Du Dich damit aber schlecht fühlst, dann sind diese Umstellungen für Dich gerade nicht passend.
Vielleicht werden sie das auch nie … das ist aber nicht schlimm, denn Du kannst immer wieder Neues ausprobieren, das dann besser passt.
Du musst auch nicht vegan oder vegetarisch leben. Es hilft schon mehr Gemüse und Obst und weniger Zucker, Milch- und Fleischprodukte oder konzentrierte Öle zu sich zu nehmen.

Am besten ist es auf Deinen Körper zu hören und Deine Ernährungsumstellung in Deinem Tempo und nach Deinem Geschmack zu gestalten.

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